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OV Lebenshilfe Gera baut Europas modernstes Bio-Gewächshaus

06.01.2011

„Hier entsteht Europas modernstes Bio-Gewächshaus“, so Bernd Koob, 1. Vorsitzender der OV Lebenshilfe Gera Stadt/Land e. V., zum Spatenstich der Gewächshausanlage in Gera-Aga. Stehwände der Anlage in Wärme sparender Polycarbonatausführung, voll automatisierte und computergesteuerte Klimaführung und Wasserversorgung der Pflanzen, Grundlastspeisung der Heizung über eine Biogasanlage, Pflanzung, Pflege und Ernte der Bioprodukte durch behinderte Mitarbeiter der Lebenshilfe Werkstätten Gera gGmbH, das sind die Rahmenbe-dingungen, die dieses Projekt einmalig machen, so Koob fast euphorisch. Für den Präsiden-ten der Lebenshilfe Gera, Ralf Rauch, war von Anfang an klar: „Das Präsidium unterstützt dieses Vorhaben, da es zukunftsweisend für die Behindertenarbeit ist“. Statt reiner Lohn-arbeit für Unternehmen, Planung, Produktion und eigene, regionale Vermarktung von Bio-produkten, das ist ein gewaltiger Qualitätssprung für die Lebenshilfe Werkstätten Gera gGmbH, so Ralf Rauch.
Ramon Miller, Baudezernent der Stadt Gera, schilderte die zusätzlichen Hindernisse, die im Genehmigungsverfahren zu überwinden waren. „Nicht ein Landwirtschafts- oder Gartenbau-betrieb, sondern die Lebenshilfe Gera als gemeinnütziger Wohlfahrtsverband stellte Mitte März einen Bauantrag für ein Bio-Gewächshaus von 95 mal 120 m, bei 6,50 m Höhe im Au-ßenbereich auf einer grünen Wiese. Weit und breit kein Energie-, Wasser-, Abwasseran-schluss, Wärmeversorgung über eine Biogasanlage, so Ramon Miller. Seine Behörde unter-nahm aber alles, damit eine Baugenehmigung erteilt werden konnte.
Seit Oktober 2010 ist die holländische Firma Gacon, führend im modernen Gewächshaus-bau, beim Bau der Bio-Gewächshausanlage. Bis April 2011 soll die Anlage stehen. Dann beginnt für die Betriebsleiterin, Carolin Ullrich, studierte Gartenbauingenieurin, die eigentli-che Arbeit. Nach der Bodenbearbeitung müssen Ende Februar/Anfang März 2011 ca. 20.000 Tomatenpflanzen gesetzt werden. Da bei der Bioproduktion vollkommen auf den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel, Wachstumsförderer und Mineraldünger, wie sie im konventionellen Anbau zum Einsatz kommen, verzichtet wird, ist ganzjährig höchste Konzentration und Aufmerksamkeit erforderlich, so Carolin Ullrich. Der Betrieb wird vor Be-ginn der Arbeiten in einem umfangreichen Verfahren zertifiziert. Sowohl die EG-Öko-Verordnung als auch die verbandsinternen Regelungen verlangen eine ständige Überprü-fung der Einhaltung der jeweiligen Richtlinien. Der Verbraucher kann sicher sein, wo bei uns Bio draufsteht, ist auch Bio drin, versichert Frau Ullrich.
Dass die 24 behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Pflanzung, die Pflege und die Ernte der Bioprodukte mit großer Genauigkeit und Geduld ausführen werden, davon sind alle Verantwortlichen überzeugt. In der Gewächshausanlage in Schkölen haben sich die Mit-arbeiter wichtige Kenntnisse erworben. Ich freue mich riesig auf diese Aufgabe, meinte David Schumann zum Spatenstich. Auch Daniel Ratzka ist sich sicher, dass er das schaffen wird.
Gefördert wird das Projekt durch den Europäischen Landschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER), durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und durch das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz. Die Thüringer Aufbaubank, die den Fördermittelantrag der OV Lebenshilfe Gera Stadt/Land e. V. bearbeitete, schöpfte für dieses Projekt alle Fördermöglichkeiten aus.
Die Lebenshilfe Gera wird im Mai die Bevölkerung zum Tag der offenen Tür einladen.


 
 

OV Lebenshilfe Gera baut Europas modernstes Bio-Gewächshaus

06.01.2011
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